EvoCare Telemedizin GmbH

Dr.-Ing. Achim Hein

DIGITALISIERUNG IM GESUNDHEITSWESEN: „KLINIKEN SIND DER SCHLÜSSEL!“

Informationen zum Geschäftsmodell: Interview mit Dr.-Ing. Achim Hein (Erfinder der TeleTherapie).

Warum sollen Investoren in die EvoCare Holding AG investieren?

Investoren können mit uns am Wachstumsmarkt der Telemedizin partizipieren und mithelfen den Gesundheitsstandort zu Hause zu erschließen! Die EvoCare®-TeleTherapie (ETT) wird im ersten Gesundheitsmarkt vergütet. Per ärztlicher Verordnung können Patienten zuhause Unterstützung zur Genesung erhalten. Für eine flächendeckende Etablierung der ETT in der Versorgung für Patienten, wie auch für die wachsende Zielgruppe der Älteren, und zur Internationalisierung, werden Investoren gesucht.

Stimmt es, dass Sie Erfinder der TeleTherapie sind?

Ja, und ich bin der Gründer von EvoCare®. Die TeleTherapie, als Therapiesystem sowie Therapieverfahren, wurden von mir im Jahr 2002 zum Patent angemeldet.

Was waren die ersten Schritte?

Wir starteten als Spin-off der SIEMENS AG mit ersten Schritten in der TeleTherapie für die Rehabilitation. EvoCare® ist aus einer Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entstanden. Seit 1998 haben wir zahlreiche Studien durchgeführt in der Sprachtherapie, Neuropsychologie, Physiotherapie, Innere Medizin und dem Ambient Assisted Living-Bereich für Ältere. Stärkung des ambulanten Sektors und des Pflegebereichs mittels gezielter Maßnahmen zur Gesunderhaltung von Älteren zuhause, sind spannende Betätigungsfelder. Aktuell haben wir unser Portfolio mit der Prävention erweitert.

Was war Ihr bislang größter Erfolg?

Das wir mit der ETT Mitte 2013 die erste Zulassung in der Regelversorgung eines gesetzlichen Trägers erhalten haben und Ende 2017 die Anerkennung auf das gesamte Bundesgebiet erweitert wurde. Zudem war ein großer Schritt für die Digitalisierung im Gesundheitswesen, dass die Deutschen Rentenversicherung im Jahr 2016 erstmals als der größte Leistungsträger im SGB VI Anforderungen für Leistungserbringer an teletherapeutischen Nachsorge-Leistungen herausgegeben hat. Erst diese Vorgaben ermöglichten eine geordnete Einführung der Digitalisierung von Gesundheitsleistungen. In diesen Anforderungen finden wir unser Verfahren, Methode und Prozesse wieder. Wir freuen uns, mit unserer in über 20 Jahren in der telemedizinischen Patientenversorgung gesammelten Erfahrungen und da EvoCare® das einzige anerkannte telemedizinische Behandlungsverfahren ist, hierzu beigetragen zu haben. Vor uns ist es keinem anderen gelungen, TeleVersorgung von Patienten in dieser Qualität und unter der richtigen Verwendung der regelkonformen Bausteine einzusetzen. Wichtig ist, dass es nun Regeln gibt, nach denen die digitalisierte Patientenversorgung qualitätsgesichert stattfinden kann und darf - so kann jeder Patienten davon profitieren, wie auch Kliniken und die Träger der Leistung.

Gibt es für Nachahmer Marktbarrieren?

Ja und Nein. An sich kann jeder zugelassene Leistungserbringer TeleNachsorge erbringen, allerdings, und hier liegt unser Vorteil, muss er die gleichen Anforderungen erfüllen, die wir erfüllen mussten. Für alle Nachahmer gibt es, nach unserer Erfahrung, eine Marktbarriere von 3-5 Jahren für die Anerkennung. Jetzt haben Investoren die Chance, gemeinsam mit uns, unseren Innovationsvorsprung zu nutzen und uns als den Top-Anbieter für digitalisierte Gesundheitsleistungen zu etablieren. Einer Anerkennung liegen Zulassungsvoraussetzungen zugrunde, die von jedem Nachahmer in gleicher Art und Weise nachgewiesen werden müssen. Laut geltender Rechtsprechung (Gleichbehandlungsprinzip der Verwaltung Art 3 GG) muss jeder neue Anbieter, um nur einen von vielen Punkten zu nennen, gleichartige Nachweise der Wirksamkeit seiner neuen Behandlungsmethode durch vergleichende Multicenter Kostenträgerstudien ausreichender wissenschaftlicher Güte belegen können. Eine Vorgabe die immer Jahre in Anspruch nimmt...

Wie lange hat es gedauert, bis die ETT in der Regelversorgung abgerechnet werden konnte?

Bei uns hat es etwa 20 Jahre von der Entwicklung bis zur Anerkennung gedauert und wir haben über 15 Mio. Euro investiert. Für Klinikgruppen sind wir der ideale Kooperationspartner, da mit uns direkt ein gemeinsames Angebot für den Markt geschaffen werden kann. Kliniken können sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren und wir sind der externe Dienstleister in der gemeinsamen Kooperation. Mit EvoCare® kann direkt gestartet werden, ohne großen Vorinvest und ohne langen Vorlauf für F+E. Sonst zieht der Wettbewerb, in den Jahren der Evaluation bis zur Anerkennung, an der Klinikgruppe vorbei!

Warum sind die Kliniken der Schlüssel?

Zunächst sei klargestellt - der Begriff „Kliniken“ steht stellvertretend für medizinische Leistungserbringer, d.h. auch ambulante Zentren und Praxen. Kliniken können mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung ihren Wirkungskreis vergrößern und flächendeckend Gesundheitsleistungen nach Hause zu ihren Patienten bringen. In der Klinik besteht ein intensiver und persönlicher Kontakt zum Patienten, dies ist eine wichtige Voraussetzung die Patienten zu Hause mit hoher Compliance zu motivieren. Kliniken haben das richtige Personal und auch eine echten Benefit von EvoCare®. Für die ETT sind die Vergütungssätze fixiert und die Wirtschaftlichkeit dadurch einfach ablesbar. Aufgrund des regelmäßigen Durchlaufs und der hohen Fallzahlen sind Kliniken der Schlüssel zur Etablierung von digitalen Gesundheitsleistungen.

Warum interessieren sich Kliniken für digitalisierte Behandlungsleistungen?

Nicht nur Arbeitsprozesse in der Klinik lassen sich durch die Digitalisierung unterstützen, sondern es profitiert auch der Workspace im Medizin- und Therapie-Bereich davon. Jede Klinik hat Vorgaben zur Erbringung der Behandlung, kann aber ein Lied vom Fachkräftemangel singen. Bei EvoCare® stehen digitalisierte Behandlungsinhalte zur Verfügung, die verordnet und ökonomisch supervisiert werden können. Kliniken haben so ein Instrument an der Hand, Patienten stationär, wie auch nach deren Entlassung zu Hause zu steuern. Hierfür erhalten Kliniken eine Vergütung, die sie bislang nicht abrechnen konnten. Die EvoCare®-TeleTherapie ist für Kliniken eine stabile Säule auf der Seite der Einnahmen, sofern dies richtig angegangen wird. Und hier können wir beraten, denn wenn man in der Regelversorgung angekommen ist und über 50.000 Patienten via Tele versorgt hat, kann man die aufkommenden Fragen aufgrund der gesammelten Erfahrungen beantworten.

Warum gerade Therapie, bzw. TeleTherapie?

Therapieleistungen sind mit 300 Mio. Anwendungen mit Abstand die häufigsten Leistungen die Patienten erhalten - es ist ein breiter Zugang in den Markt. Die Therapieleistungen - konkret die Leistungen Bewegungstherapie, Sprachtherapie, kognitive Trainings etc. sind aus mehreren Gründen perfekt. Sie werden in jeder Phase der Patientenbehandlung benötigt. Ob Akut, Reha oder Pflege, ob stationär oder ambulant, sie kommen als Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie zum Einsatz. Nahezu jeder Patient einer Klinik egal ob Orthopädie-, Innere-, oder Neuro-Patient erhält Therapieleistungen als Heilmittel. Insgesamt wird mit der TeleTherapie also eine enorme Patientenmenge angesprochen - und zwar über alle Sektoren und Indikationen hinweg. In einer Klinik - gleich welcher Couleur - schafft die TeleTherapie ein Angebot, dass jedem Patienten Hilfe bieten kann.

Mit welchen Erlösen kann eine Klinik rechnen, wenn Sie die ETT anbietet?

Das ist je nach Klinik im Detail zu berechnen. Grundsätzlich stehen konkrete Vergütungssätze zur Verfügung. Und was essentiell ist, es ist neues Geschäft für Kliniken. Bislang haben sie ihre Patienten nach dem Klinikaufenthalt verloren. Neu ist jetzt, wenn sich die Klinik entscheidet ETT einzusetzen, dann kann sich das ändern und Kliniken können ihre Patienten auch zuhause weiter versorgen!

Müssen Kliniken besondere Anforderungen erfüllen?

Ja, es gibt vom gesetzlichen Träger Anforderungen an TeleTherapie für Kliniken. Deshalb haben wir unsere Erfahrungen in unseren Leitlinien als zugelassene TeleTherapie einfließen lassen und begleiten Klinken von der Konzepteinreichung, bis zum geführten Betrieb. Die Kliniken können sich auf bewährte Prozesse verlassen, werden in der Anwendung der ETT fortgebildet, und können ihre eigenen Therapieinhalte implementieren lassen.

Was ist eigentlich die EvoCare®-TeleTherapie (ETT)?

Die ETT kombiniert die klassische Face-to-Face-Behandlung mit speziell ablaufender Tele- Behandlung unter notwendiger und hinreichender Supervision der dafür gesondert fortgebildeten Therapeuten. EvoCare® unterstützt den Medizin- und Therapiebereich. ETT hilft, dass Kliniken ihre Patienten nach der Entlassung auch zuhause weiterbehandeln können, die Praxen ihre Patienten intensiver versorgen können und Ältere länger gesünder zu Hause leben können. Zudem ist die ETT eine anerkannte Behandlungsmethode.

Wer sind Ihre Mitbewerber?

Wir sind Innovationsführer und die von uns erfundene Behandlungsmethode ist die einzige die in der Regelversorgung bezahlt wird. Derzeit gibt es sonst nur Technikanbieter oder technische Angebote, wie z.B. App-Lösungen für den Selbstzahlermarkt oder Entwicklungen in Richtung Therapieroboter mit automatisierten Verordnungen und automatisierter Kontrolle - aber keine andere digitalisierte Behandlungsleistung ist in der kurativen Regelversorgung.

Warum ist EvoCare® keine App, das wäre doch einfacher?

Eine Voraussetzung für die Zulassung in der Regelversorgung der ersten Deutschen Rentenversicherung war ein Verbot der Nutzung patienteneigener Geräte. Wir haben in 2017 eine erneute Datenschutzprüfung durch die DRV abgeschlossen. Das „Verbot“ besteht weiterhin! Auch die Anforderungen der Barrierefreiheit, Akzeptanz, Patientensicherheit und Supervision sind per patienteneigenen Geräten nicht 100% gewährleistbar - insofern tabu. Sollten sich die Vorgabe ändern, könnten wir auch patienteneigene Geräte verwenden.

Welchen Vorteil gibt es bei der Ausgabe von Leihgeräten für Patienten?

Für uns wäre es einfacher und wir könnte Kosten einsparen, wenn wir keine Leih-Tele- Geräte für Patienten vorhalten müssten, der Vorteil von Leihgeräten ist aber enorm. Alles ist super einfach und auch für Ältere und völlig unerfahrene Personen bedienbar, eben 100 % barrierefrei. Zudem gibt keine Akzeptanzprobleme, die Compliance liegt bei > 80% und technische Probleme sind < 0,1%. Die TeleTherapie wird vom Patienten ernst genommen. Die Patienten fühlen sich von ihrer Klinik auch zu Hause weiter gut betreut. Sie sind in ihrer Zeiteinteilung frei und machen fleißig Ihre Therapieübungen, weil „ihr“ Therapeut in der Klinik das Feedback gibt. Das Kümmern und die enge Verbindung zur Klinik - das ist der Erfolg der guten Compliance dieses TeleTherapie-Verfahrens. Unsere Erfahrungen zeigen: Patienten wollen die ETT, den die Patienten lieben es, wenn sich jemand mit Fach-Know-how um sie kümmert und ihnen auch zuhause mit Rat und Therapieübungen zur Seite steht!

Warum liest man immer wieder von einer Tele-XY-App einer Kasse auf Rezept, was ist da dran?

Sie müssen den Unterschied von Modell-Projekten und einer Leistung in der Regelversorgung beachten. In Modellversuchen darf alles Mögliche verwendet und ausprobiert werden. Allerdings endet die Vergütung in der Regel zum Projektende, häufig nach 1-2 Jahren. Ich spreche bei der ETT über Regelversorgung, da gelten andere Regeln und Gesetze.

Gibt es neben der DRV andere Kostenträger, die die ETT bezahlten?

Die EvoCare®-TeleTherapie ist vom Verwaltungsgericht Berlin als Heilbehandlungsverfahren anerkannt. Die DRV Anerkennung und die Gerichtsentscheidung waren beispielsweise auch für eine AOK ausschlaggebend, den Einsatz der ETT zu befürworten.

Warum werden zunehmend Leistungsträger die ETT bezahlen, was meinen Sie?

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen hat gerade erst begonnen. Es gibt hier großes Wachstumspotential. Im ersten Schritt haben einige Leistungsträger Tele-Leistungen in Modellprojekten rein für Marketingzwecke genutzt, nach dem Motto: „Wir sind modern...“. Es wurden Presse- und TV-Berichte veröffentlicht, aber keine TeleTherapie konnte sich als Regelleistung flächendeckend für alle Patienten etablieren. Immer wieder wurden Rufe nach Gesetzgebung laut, die die Bezahlung von TeleLeistungen in der Regelversorgung ermöglichen solle. Das haben wir glücklicherweise hinter uns (so hoffe ich), denn die Auswirkungen für Mengenausweitung und Kosten wären unüberschaubar...

Warum ist das bei ETT anders?

Mit der EvoCare®-Methode sind wir einen anderen Weg gegangen. Wir haben gezeigt, dass ETT genauso wirksam ist, wie „normale“ Regelversorgungs-Behandlung. Also kann der Arzt und Patient nun entscheiden was getan werden soll und die Kasse darf bezahlen was bisher gezahlt wurde. Die Anwender haben die Wahl, die Leistung ist gleich gut und insgesamt bleiben die Kosten für die Kasse gleich (wobei Tele etwas günstiger ist, aber dazu komme ich später noch) - nur so wird ein Schuh aus Tele...

Wie ist der Status aktuell?

Mittlerweile kommen wir in die Phase, dass zunehmend Patienten mehr Tele-Angebote fordern und zwar nicht nur für einen begrenzten Zeitraum eines Modell-Projektes, sondern als etabliertes Angebot, welches im Bedarfsfalle genutzt werden kann. Hierfür müssen aber Leistungsträger, wie auch Anbieter ihre Hausaufgaben machen. Innerhalb unseres 15-Jahre- Zulassungsverfahrens haben wir ein großes Paket erledigt und beraten auch aus diesem Grund neben Leistungserbringern, auch Leistungsträger, beim Ausbau eines Tele- Versorgungsangebotes für ihre Patienten und ihre Versicherten. Vorteile von Tele sind, dass Patienten orts- und zeitunabhängig etwas für ihre Gesundheit tun können, ein Erhalt der Erwerbsfähigkeit unterstützt werden kann und dies eine neue Form der Betreuung ermöglicht. Zudem kann die ETT kostengünstiger erbracht werden, da Routineaufgaben ausgelagert werden können und der Faktor Arbeit durch die technische Unterstützung reduziert werden kann.

Wie sehen Sie die Zukunft der ETT?

Wie bereits gesagt, Patienten lieben die ETT. Digitalisierung wird eine feste Säule im Gesundheitswesen werden und die EvoCare®-Methode wird nach meiner Ansicht der Standard im Bereich der Behandlung sein. Demografie und Fachkräftemangel werden dies noch forcieren. Kliniken werden sich damit neue Erlösfelder erschließen. Neben der Akut- und Reha-Versorgung wird der ambulante Sektor und die Pflege verstärkt eingebunden werden, um vor allem auch Ältere zuhause zu versorgen, damit Menschen so länger und gesünder leben können. Auch werden neue Versicherungstarife im PKV Bereich entstehen, um den Patienten einen prominenten Zugang zu solcher Versorgungsqualität zu eröffnen. In 2025 wird die ETT in jeden 20.ten Haushalt angekommen sein! Spätestens seit der zahlreich eingehenden Anfragen aus dem Ausland beginnt die Sache den Status des Hidden Champion zu verlassen.

 
Ich freue mich, mit meiner Idee, Erfindung und meinem Engagement einen Beitrag zur Etablierung von digitalisierten Gesundheitsleistungen leisten zu können. In den letzten zwanzig Jahren hatten wir starke Veränderungen in der Gesellschaft. Diese Entwicklungen werden auch das Gesundheitswesen einnehmen. Ich bin davon überzeugt, dass digitalisierte Leistungen, wie die ETT, ein fester Bestandteil im Gesundheitswesen werden. Ich bin auch überzeugt davon, dass wir es schaffen werden dabei die grundlegenden Prinzipien der ärztlich-therapeutischen Führung und Verantwortung beizubehalten - denn - genau diese garantieren in Zeiten von künstlicher Intelligenz genau diejenige Qualität auf die wir uns in Deutschland immer verlassen konnten und für die unser Deutsches Gesundheitswesen so berühmt ist.

 
Die Anerkennung der EvoCare®-Methode, war ein wichtiger Schritt, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen!

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